Fehlen im Darm Bakterien, quittieren bestimmte Zellen im Gehirn den Dienst.

Eine gesunde Darmflora ist offenbar wichtig, damit das Gehirn Krankheiten abwehren kann. Das endeckten Wissenschaftler bei Versuchen an Mäusen: Töteten sie die Darmbakterien der Tiere durch Antibiotica oder Aufzucht in steriler Umgebung, stellten Mikrogliazellen im Gehirn ihre Arbeit ein, verkümmerten oder reiften nicht richtig aus. Das macht das Denkorgan anfällig für Infektionen.

Das Team um Marco Prinz vom Universitätsklinikum Freiburg erneuerte daraufhin die Darmflora der Versuchtiere, und auch die Mikrogliazellen wurden nun wieder aktiv. Je reicher die Darmflora , desto stärker fiel zudem die Immunantwort aus, so die Forscher.

Wie die Studie zeigte, kommunizieren Darm und Hirn über Abbauprodukte der BAKTERIEN MITEINANDER. BEI DEN BOTENSTOFFEN HANDELT ES SICH UM KURZKETTIGE FETTSÄUREN, DIE BEI DER VERSTOFFWECHSLUNG VON MILCHPRODUKTEN UND WEITEREN NAHRUNGSMITTELN anfallen. Über das Blut könnten sie ins Gehirn gelangen und dort den Mikrogliazellen helfen, Entzündungsreaktionen zu bekämpfen.

Nat. Neurosci. 10.1038/nn.4030, 2015

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