Labormessung der Leistungsfähigkeit menschlicher Entgiftungssysteme

Der wichtigste eigene Abwehrmechanismus  des menschlichen Körpers sind der Umbau und Abbau von Abfallstoffen aus dem Stoffwechsel ebenso wie von giftigen Substanzen (Toxinen) aus der Umgebung, die vom Menschen aufgenommen werden.

Wenn die Aufnahmesysteme des Körpers, nämlich Haut oder Verdauungstrakt, nicht funktionsfähig sind, können toxische Chemikalien Umweltgifte, Endo-Toxine und andere Substanzen über die Nahrung, der Haut und den Darm vermehrt in den Körper eindringen und somit die Entgiftungsmaschinerie in Gang setzen. So kommt es zur erhöhten Produktion von freien Radikalen, das heißt zu höherem oxidativen Stress. Höherer oxidativer Stress (freie Radikale) führt zu einem erhöhten Risiko einer systematischen Zerstörung des Körpers.

Wenn ein Mensch lange genug einer erhöhten Menge toxischer Substanzen ausgesetzt ist, werden die Entgiftungssysteme ständig belastet.

Heute ist bekannt, dass Umweltchemikalien und Fremdstoffe nicht von jedem Menschen gleich schnell und gut verstoffwechselt und entgiftet werden können. Dies ist auf geringe Veränderungen in der genetischen Erbmasse (Genen), die auch für die Bildung und Aktivität der Entgiftungsenzyme verantwortlich sind, zurückzuführen. Derartige Veränderungen auf molekularer Ebene können heute in der Routinediagnostik analysiert werden und entsprechend in die Behandlung einer Störung des Entgiftungssystems einbezogen werden.

Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan in unserem Körper. Hier laufen zwei miteinander verbundene Entgiftungsprozesse ab, die man als Phase I und Phase II – Entgiftung bezeichnet.

In der Phase I werden reaktive, fettlösliche und sehr reaktionsträge Substanzen über ein komplexes Enzymsystem (Cytochrom P-450 Komplex, zu der mehr als 500 Enzyme zählen) in wasserlösliche Formen umgewandelt. Diese Reaktion ist für den weiteren reibungslosen Abbau wichtig. Der Cytochrom P-450 Komplex katalysiert im Rahmen der Phase I oxidative Reaktionen und transformiert dabei verschiedene körpereigene Substanzen (wie z. B. Hormone) und auch viele Fremdstoffe wie Medikamente, Pestizide, Nikotin oder auch Koffein.

In der Phase II werden diese reaktiven Substanzen, die bis dahin nur fettlöslich und sehr reaktionsträge waren, leichter eliminiert oder ausgeschieden. Für die verschiedenen Entgiftungsreaktionen sind verschiedene Trägersubstanzen notwendig, über die der Schadstoff nach außen transportiert und über den Urin oder die Gallenflüssigkeit entsorgt wird.

Die Folge einer schlechten Entgiftungskapazität ist dann die Anhäufung von hochreaktiven radikalischen Toxinzwischenprodukten im Körper, die eine Zerstörung von essentiellen Fettsäuren (Lipidperoxidation) und letztlich eine verminderte Energieproduktion einleiten.

Man geht heute davon aus, dass dieser Mechanismus im ursächlichen Zusammenhang mit den vielen chronischen, Autoimmun- und Krebserkrankungen stehen.

Heute bringt man diese Erkrankungen sowohl mit einer verschlechterten Funktion der Organe aber auch einer schlechten Energiegewinnung in den Mitochondrien, oxidativem Stress und der reduzierten Fähigkeit zu entgiften in Verbindung. Dem aktuellen Stand der Forschung zufolge, entsteht das CMS – Chronisches Müdigkeitssyndrom – dann, wenn man in erhöhtem Maße Fremd- und Giftstoffen ausgesetzt ist.

In der modernen Labordiagnostik gibt es die Möglichkeit festzustellen, ob die Entgiftung in der Leber gut funktioniert. Eine funktionelle Überprüfung der einzelnen Entgiftungsphasen ist möglich. Man kann auch die Aktivität der einzelnen Enzyme, die in dem Entgiftungsmechanismus aktiv sind, testen.

Sollten die Laborergebnisse eine unzureichende Entgiftungsleistung des Patienten anzeigen, ist die Mobilisation von Speichergiften mit Risiken behaftet. Das kann auch erklären, warum einige Patienten während der Fastenkuren überdurchschnittlich heftig mit einer Verstärkung diffuser Symptome reagieren.

Wenn wir durch Labormessungen die Entgiftungsleistung des Patienten vorher individuell geklärt haben, dann können wir diese verschiedenen Risiken gezielt reduzieren und eine bewusste, gesundheitserhaltende Lebensführung anstreben.

Unter diesem Aspekt kommt dem Thema Entgiftung eine völlig neue Bedeutung zu.

Durch die Entgiftung unseres Körpers kann eine Verbesserung bei vielen Krankheiten und Symptomen eintreten.

 Untersuchungen sind sinnvoll bei:

  • Chronischen Erkrankungen
  • Unspezifischen Beschwerden
  • Unklaren Leberkrankheiten
  • Entgiftungstherapien
  • Allgemeine Präventionen
  • Prävention bei Tumorerkrankungen
  • Fastenkuren