Behandlung von Störungen des Säuren-Basen-Stoffwechsels

Die Behandlung von Störungen des Säuren-Basen-Stoffwechsels bei chronischen Erkrankungen ist in der Naturheilkunde fest verankert. Die Optimierung des Säure-Basen-Haushaltes gehört unbestritten ebenfalls zu den Maßnahmen, die das System der Grundregulation wesentlich beeinflußt und durchhaus imstande ist, nicht nur Krankheitstendenzen im Sinne präventiver Maßnahmen zu korrigieren, sondern auch der komplämenteren Behandlung zahlreicher chronischer Erkrankungen äußerst dienlich ist.

Das System der Grundregulation nach Pischinger bechreibt die biologischen Zusammenhänge und Funktionen im Bindegewebe. Dieser Gewebebereich ist ein entscheidender Übertragung-und Verknüpfungsbereich zwischen allen Versorgungs- und Entsorgungssystemen. Kurz – er ist ein Filter für alle Austauschprozesse. Dieser  Bindegewebebereich trägt alle Körperzellen, und wird  durchzogen vom Blutkreislaufsystem, dem Lymphsystem und dem vegetativen Nervensystem. Von hier muss jede einzelne Körperzelle und ihre Zellkraftwerke (Mitochondrien) versorgt werden. Das gemeinsame Wirkungsfeld ist die extrazelluläre Flüssigkeit. Es reguliert unentwegt das “ Zelle-Milieu-System“ und ist prinzipiell in sämtliche Abwehr- und Entzündungsvorgänge involviert.

Viele Vorgänge, die im Krankheitsfall als Symptome imponieren, sind lediglich Ausdruck einer intensiven Gegenregulation im Bereich der extrazellulären Matrix („Pischinger Raum“) mit dem Ziel, wieder Ordnung und Gleichgewicht herzustellen. Die extrazelluläre Matrix  ist ein lockeres, hochkompliziert zusammengesetztes System aus Fasern, Eiweiß- und Zuckerstoffen. Es ist sehr flüssigkeitsreich (Extrazellulärflüssigkeit) und stellt die entscheidende Verbindung zwischen Blutgefäßen und Organzellen her. Die funktionelle Bedeutung der extrazellulären Matrix ist darin zu sehen, daß durch sie hindurch der gesamte Stofftransport in beiderlei Richtungen zwischen Blutgefäßen einerseits und den Organzellen anderseits erfolgt. Die extrazelluläre Matrix ernährt somit jede einzelne Organzelle und hält das lebensnotwendige Milieu aufrecht. Die Stoffwechselprozesse der extrazellulären Matrix stehen im Fokus der Behandlung.

Es ist verständlich, daß Störungen in der extrazellulären Matrix zu Problemen führen kann. Die im Volksmund als „Verschlackungsprozesse“ beschriebenen Phänomene beeinträchtigen die Permiabilität der extrazellulären Matrix für Stoffwechselrückstände, so daß diese zunehmend kumulieren. Diese Kumulation von Stoffwechselschlacken entwickelt Störungen der Mikrozirkulation, die letztlich auch zu einer Absenkung des Gewebe-PH-Wertes (Übersäuerung) führen. Eine zunehmende Verschiebung des Energiestoffwechsels der Zelle von aerob zu anaerob bewirkt eine lokale Azidose.

Um den Säure-Basen-Haushalt in seinem Gleichgewicht zu halten, gibt es eigentlich verschiedene körpereigene Regelmechanismen. Zu diesen Mechanismen gehören die Atmung, die Verdauung, der Kreislauf und die Hormonproduktion. Alle diese Regelmechanismen bemühen sich, den gesunden pH-Wert im Körper aufrecht zu erhalten. Wenn das Gleichgewicht nicht mehr funktioniert werden für die Neutralisierung der Säuren die körpereigenen Mineralstoffe angegriffen. Diese Aktion führt zu einem chronischen Mineralstoffmangel und Schlackeneinlagerung.

Eine regelmäßige Entsäuerung in Verbindung mit einer basischen Lebensweise lässt eingelagerte Schlacken lösen und ebenfalls aus dem Körper entfernen. Damit kann die Entwicklung hin zu Krankheit und Alter aufgehalten oder sogar umgekehrt werden.

Das Immunsystem verstärkt sich und der Körper ist derart vital, dass Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten keine Chance mehr haben.

Die richtige Entsäuerung besteht aus mehreren Schritten. Wie lange ein Organismus zur Entsäuerung benötigt, hängt von der individuellen Konstitution und dem Lebensstil des Patienten ab. In der Regel sind drei Monate intensives Entsäuerungsprogramm angezeigt. Bei einem Menschen mit ausgeglichenem Säure-Basen-Haushalt sollte der Urin in der Regel morgens leicht sauer (pH-Wert 6,5 bis 6,8), zum Mittag hin neutral (pH-Wert 7) und abends leicht basisch (pH-Wert über 7) sein.