Was unsere Forschung zeigt — und warum wir sie so veröffentlichen
Über sieben Jahre und mehr als 2.000 Menschen im MOJO Institut haben uns gezeigt: Chronische Gesundheit ist kein Wunschdenken. Dann haben wir systematische Reviews geschrieben, eigene Fallserien dokumentiert — und meist als Preprint veröffentlicht, weil wir nicht 4.000 Euro zahlen wollen, damit unsere Arbeit hinter einer Paywall verschwindet. Hier die ehrliche Einordnung.
Das Wichtigste in Kürze
Chronische Gesundheit haben wir zuerst in der Praxis gesehen — über sieben Jahre bei mehr als 2.000 Menschen im MOJO Institut. Dann haben wir sie wissenschaftlich eingeordnet: ein Regenerationsmedizin-Framework, drei systematische Reviews zu mitochondrialen Interventionen, eigene Fallserien wie KetoBrain (peer-reviewed) und CarnImmun (eingereicht). Die meisten Arbeiten veröffentlichen wir als Preprint, weil Journal-Open-Access oft 4.000 Euro und mehr kostet und unsere Forschung nicht hinter einer Paywall verschwinden soll. So kannst du Evidenzstufen benennen und trotzdem auf eigene Publikationen verweisen.
- Internationale Schlüsselstudien (Mitochondrien, Diabetes-Remission, Alzheimer-RCT, Körpergedächtnisse) und unsere Praxis haben uns gezeigt: chronische Verläufe sind oft Regulationsprobleme — nicht automatisch Endpunkte.
- Wir forschen in drei Feldern: mitochondriale Lebensstiltherapien (drei Systematic Reviews), KetoBrain (ketogene Begleitung bei bipolarer Störung, peer-reviewed in Frontiers in Nutrition) und CarnImmun (CED-Fallserie, eingereicht).
- Das Framework-Paper „Regenerative Medicine: A System for Chronic Health" (14 Kernthesen, 144 Referenzen) ist unser theoretisches Fundament — als Preprint öffentlich zugänglich.
- Preprints sind bei uns Transparenz-Werkzeug, kein Qualitätsersatz: sofort zitierbar, ohne 4.000-Euro-APC und ohne Paywall — Peer-Review dort, wo es passt (z. B. KetoBrain).
- Als Mentor:in: Evidenzstufe benennen, DOIs nennen, Grenzen offen sagen — vollständige Liste auf /forschung.
Zuerst die Praxis — dann die Publikationen
Wenn du als Gesundheitsprofi fragst „Wo steht das?", meinst du oft: Gibt es Studien? Peer Review? Oder ist das nur eine schöne Story?
Fair. Deshalb dieser Artikel. Ich erkläre dir nicht nur, was wir forschen, sondern warum wir es in dieser Reihenfolge tun — und warum die meisten unserer Arbeiten als Preprint online stehen, während eine Fallserie bereits peer-reviewed in einem Journal erschienen ist.
Die Kurzfassung vorweg: Wir haben chronische Gesundheit nicht zuerst in einem Paper „erfunden". Wir haben sie über mehr als sieben Jahre bei über 2.000 Menschen im Institut begleitet — und dann angefangen, das systematisch zu dokumentieren und zu publizieren. Forschung folgt bei uns der Praxis, nicht umgekehrt.
Welche Forschungsaspekte uns die Augen geöffnet haben
Bevor wir eigene Reviews schrieben, hat uns die internationale Literatur — und unsere klinische Arbeit — auf drei Ebenen gezeigt, dass chronische Gesundheit möglich ist, auch wenn das Schulsystem sie oft als Endpunkt behandelt.
Stoffwechsel und Reversibilität. Naviaux (2014) hat mit der Cell Danger Response gezeigt, wie Mitochondrien zwischen Sicherheits- und Heilungsmodus schalten — und warum Energiemangel vielen chronischen Mustern zugrunde liegt. Virta Health (Athinarayanan et al., 2019) dokumentierte bei Typ-2-Diabetes über zwei Jahre: Ernährungsumstellung plus Begleitung kann zu signifikanter medikamentenfreier Remission führen. Das ist kein Lifestyle-Tipp — das ist messbare Regulationsbiologie.
Nervensystem und kognitive Erkrankungen. Toups et al. (2024) veröffentlichten die erste randomisiert-kontrollierte Studie zu einem multimodalen Alzheimer-Ansatz — mit Effekten, die in der Größenordnung über dem liegen, was viele pharmazeutische Einzelinterventionen erreichen. Das hat uns bestätigt: Chronische neurodegenerative Verläufe sind nicht automatisch Einbahnstraßen — wenn man systemisch und langfristig denkt.
Immunsystem und Körpergedächtnis. Straub (2020) formuliert die drei Körpergedächtnisse — mental, immunologisch, energiespeichernd — als Modell chronischer Fixierung. Genau dort setzt unser Paradigma an: nicht nur Symptome zu benennen, sondern zu verstehen, in welchem System die Regulation festgefahren ist.
Diese Arbeiten haben uns nicht allein überzeugt. Sie haben unsere klinischen Beobachtungen eingeordnet. Im Institut sahen wir Menschen, die nach Jahren mit Diagnose-Labels wieder handlungsfähig wurden — nicht weil ein Wunder passierte, sondern weil Nervensystem, Immunsystem und Stoffwechsel wieder in ein anderes Gleichgewicht kamen. Die Forschung gab uns die Sprache dafür. Die Praxis gab uns den Mut, das nicht als Ausnahme zu behandeln.
Evidenz-Triangulation — unsere wissenschaftliche Haltung
Wir nennen das Evidenz-Triangulation: Mechanistische Evidenz (was passiert biologisch?), Beobachtungsstudien und Fallserien (was sehen wir in der Praxis?), systematische Reviews (was sagt die Literatur zusammen?) und klinische Erfahrung (was berichten Mentoren und Betroffene über Monate?) — transparent benannt, nicht vermischt.
„Absence of evidence is not evidence of absence" — Altman und Bland (1995). Das ist für uns kein Ausweichmanöver. Es ist die ehrliche Einordnung: Lebensstil-Interventionen sind selten patentierbar. Deshalb fehlen oft große RCTs — nicht weil nichts wirkt, sondern weil niemand Millionen finanziert, um zu zeigen, dass Atmung, Ernährung und Regulation chronische Verläufe verbessern können.
Genau in diese Lücke gehen wir als freie Forscher ohne institutionelle Grundfinanzierung — mit kleineren Budgets, aber mit der Freiheit, die Fragen zu stellen, die sonst niemand stellt.
Unser Grundlagenpaper — das Paradigma verschriftlicht
Alles, was du in der CHRONISCH GESUND Akademie lernst, hat eine gemeinsame theoretische Klammer: Regenerative Medicine: A System for Chronic Health (Keferstein et al., 2025). Vierzehn Kernthesen, 144 Referenzen — Mitochondrien als Energiereservoir, drei konkurrierende Regulationssysteme, epigenetische Plastizität, die Sieben Ärzte als endogene Pharmakologie, Mentoring als biologische Variable.
Status: Preprint auf Preprints.org — öffentlich, zitierbar, noch ohne formales Journal-Peer-Review. Bewusst so: Transparenz vor Gatekeeping. Die vollständige Übersicht mit DOI findest du auf unserer Forschungsseite.
Drei Forschungsfelder — aus der Praxis gewachsen
Neben dem Rahmenwerk forschen wir in drei Feldern. Jedes hat eigene Daten, eigene Publikationen und eine direkte Verbindung zu dem, was Mentoren in der Praxis begleiten.
Feld 1: Mitochondriale Lebensstiltherapien
Die Kernfrage: Welche Lebensstil-Interventionen verbessern messbar die mitochondriale Funktion bei chronischen Erkrankungen?
Dafür haben wir drei systematische Übersichtsarbeiten geschrieben — zu klinischer Depression, Morbus Crohn und ME/CFS. Jede analysiert Interventionen, die an den Mitochondrien ansetzen: von CoQ10 und NAD+ über ketogene und karnivore Ernährung bis zu Bewegung und Lebensstilmodifikation.
Was sich zeigt — und was uns in der Praxis schon länger aufgefallen war: Mitochondriale Dysfunktion verbindet Erkrankungen, die auf dem Papier nichts miteinander zu tun haben. Depression, Crohn, Erschöpfung — ein gemeinsamer energetischer Nenner statt drei isolierter Diagnosen.
Feld 2: KetoBrain — Neurometabolische Medizin
KetoBrain untersucht ketogene Ernährung bei bipolarer Störung — zwölf Wochen Begleitung, metabolische Therapie, psychiatrische Symptome und Darm-Hirn-Achse im Blick.
Unser Meilenstein: Die Fallserie zu kardiometabolischen Effekten bei sieben ambulanten Patienten mit bipolarer Störung ist in Frontiers in Nutrition peer-reviewed erschienen (DOI: 10.3389/fnut.2025.1635489). Unabhängige Gutachter haben Methodik und Daten geprüft — das war für uns der Beweis, dass unsere klinische Dokumentation internationalen Standards standhält.
Zentrale Befunde: Lipoprotein(a) −21 %, Triglyceride −30 %, Apolipoprotein B −10 % über drei Monate — metabolische Verbesserungen, die in der Psychiatrie oft übersehen werden. Eine zweite Arbeit zu psychiatrischen Symptomen und Darm-Hirn-Achse ist derzeit im Peer-Review eingereicht.
Feld 3: CarnImmun — Immunregulation durch Nahrung
CarnImmun ist gleichzeitig klinisches Programm und Forschungsprojekt: systematische Vorher/Nachher-Daten bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen — echte Laborbefunde, echte Symptomscores, zwölf Wochen strukturierte Begleitung.
Die Fallserie „Carnivore diet as immunotherapy in inflammatory bowel disease" ist eingereicht und durchläuft das Peer-Review. Ergänzend liegen eine Hypothesenarbeit zu karnivorer Ernährung bei CED (Preprint) und der Maasai-Diät-Fallbericht mit umfassenden Laboranalysen vor — deskriptiv, mit allen Limitationen eines Einzelfalls, aber wissenschaftlich dokumentiert.

Warum wir vor allem Preprints veröffentlichen
Die ehrliche Antwort ist nicht „weil Preprints besser sind als Journals". Sie sind es nicht — sie haben kein formales Peer-Review. Die ehrliche Antwort ist:
1. Open Access kostet Geld, das wir lieber in Forschung stecken. Viele Journals verlangen 3.000 bis 4.000 Euro und mehr als Article Processing Charge — nur damit der Artikel öffentlich lesbar ist. Für ein Institut ohne Pharma-Budget ist das ein realer Engpass.
2. Paywalls widersprechen unserem Auftrag. Wir bilden Gesundheitsprofis aus, die Menschen mit chronischen Erkrankungen begleiten. Wenn unsere eigene Forschung hinter einer Bezahlschranke verschwindet, können weder Kolleg:innen noch Betroffene sie prüfen — das untergräbt genau die Transparenz, die wir einfordern.
3. Zeit. Von der Einreichung bis zur Journal-Veröffentlichung vergehen oft zwölf bis vierundzwanzig Monate. Preprints auf Preprints.org sind sofort einsehbar und zitierbar — als Zwischenstand, nicht als Endprodukt.
Das heißt: Wenn du zitierst, benenne die Evidenzstufe. Preprint ≠ peer-reviewed ≠ RCT. Unser KetoBrain-Paper in Frontiers zeigt, dass wir Journal-Standards anstreben, wo es passt. Die systematischen Reviews und das Framework-Paper sind bewusst der transparente Zwischenschritt — nicht die Behauptung, alles sei schon final geprüft.
Was das für dich bedeutet
Du kannst auf eigene MOJO-Publikationen verweisen. Systematische Reviews zu mitochondrialen Interventionen bei Depression, Crohn und ME/CFS. Das Regenerationsmedizin-Framework. KetoBrain peer-reviewed. CarnImmun eingereicht. Alles mit DOI — gebündelt auf mojo-institut.de/forschung.
Du kannst Evidenzstufen benennen. „Es gibt eine systematische Übersichtsarbeit" ist etwas anderes als „ich hab mal was gelesen". Beides kann stimmen — aber nur die erste Aussage ist wissenschaftlich verortbar.
Du kannst Grenzen offen sagen. Unsere Fallserien sind keine 10.000-Personen-RCTs. Unsere Preprints haben kein Journal-Peer-Review. Das offen zu benennen ist Stärke — es zeigt, dass du verstehst, wie Wissenschaft funktioniert. Genau das unterscheidet einen kompetenten Mentor von jemandem, der nur Meinungen weitergibt.
Die persönliche Geschichte, warum wir dieses Feld überhaupt eröffnet haben, steht in der Originstory. Wie die vier Akademie-Stufen daraus gewachsen sind, im Artikel Warum die vier Akademie-Stufen genau so aufgebaut sind.
Wenn du wissen willst, ob das Paradigma und der Mentoring-Weg zu dir passen — unten findest du das Quiz. Zwei Minuten. Kein Pitch. Ehrliche Einordnung.
Quellen & Referenzen
- Regenerative Medicine: A System for Chronic HealthKeferstein G, Wesseling C, Höhfeld D, Sauren J, Walde D, Hoffmann L, Wilting R, Stenzel J – Preprints.org (2025) DOI: 10.20944/preprints202510.2117.v1
- Effects of a Ketogenic Diet on Cardiometabolic Health in Seven Outpatients with Bipolar Disorder
- Efficacy of Mitochondrial-Based Interventions in the Management of Clinical Depression
- Efficacy of Mitochondrial-Based Interventions in the Management of Crohn's Disease
- Efficacy of Mitochondrial-Based Therapies for ME/CFS
- Metabolic features of the cell danger response
- Long-Term Effects of a Novel Continuous Remote Care Intervention Including Nutritional Ketosis for the Management of Type 2 Diabetes
- Precision Medicine Approach to Alzheimer's Disease: Successful Pilot Proof of Concept Clinical TrialToups K, Hathaway A, Gordon D, Bredesen DE et al. – Journal of Alzheimer's Disease (2024) DOI: 10.3233/JAD-230467
- Absence of evidence is not evidence of absence
Häufige Fragen
Sind Preprints „echte" Wissenschaft?
Was ist der stärkste peer-reviewed Befund des MOJO Instituts?
Warum veröffentlicht ihr nicht alles in Journals?
Wo finde ich alle Publikationen mit DOI?
Perspektiven dienen der Orientierung und Bildung für Gesundheitsprofis. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnostik oder Therapie. MOJO ist ein Bildungs- und Begleitungssystem — keine Ersatzheilkunde.

Arzt · Entwickler von CHRONISCH GESUND · CHRONISCH GESUND
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