Folge deinem MOJO — was das Gespräch mit Laurenz Dillmann über Lebenskraft bedeutet
Laurenz Dillmann interviewt Menschen, die etwas gewagt haben — nicht für Schlagzeilen, sondern für Bedeutung. In der ersten Folge sprachen wir zwei Stunden über Lebenskraft, Struktur und Freiheit, Warum und Wofür, Mentoren und Umsetzung. Hier die Kernaussagen für dich — und warum „Folge deinem MOJO" mehr ist als ein Slogan.
Auf einen Blick
Im Podcast mit Laurenz Dillmann ging es um Lebenskraft, Wofür und Umsetzung: MOJO ist kein Esoterik-Begriff, sondern das, was uns bewegt — biologisch über ATP und Mitochondrien, existenziell über Wofür statt Warum. Ich sehe mich primär als Unternehmer, der ein Feld baut. Umsetzung beginnt mit Spüren und Atmen, nicht mit der Strategiefolie. Hilfe holen ist Selbstwirksamkeit. Am Ende: Folge deinem MOJO — die Sehnsucht, die da ist, wenn du aufhörst, dich zu drängen.
- Mojo ist Lebenskraft auf einem Spektrum — wissenschaftlich über Mitochondrien und ATP, kulturell als Archetyp für zurückgewonnene Energie.
- Struktur und Freiheit bedingen einander; Unternehmertum ist für mich Schaffensprozess gegen das Beschweren, nicht Ego-Trip.
- Warum-Fragen enden in Depression; Wofür-Fragen öffnen Antrieb — ein praktischer Unterschied in der Begleitung chronisch kranker Menschen.
- Umsetzung: erst spüren und atmen, dann Vision und Meilensteine, dann den nächsten Schritt — Reibung im 40–80%-Erfolgsfenster ist Wachstum.
- Folge deinem MOJO: wie die Atmung, die von selbst läuft — Sehnsucht wahrnehmen statt gegen das Leben argumentieren.
Kein Interview fürs Ego — ein Tauchgang ins Wesentliche
Laurenz Dillmann ist Interviewer und Berater. Seine Serie startete mit einer klaren These: Er will mit Menschen sprechen, die durch Nebel gegangen sind oder gerade mitten drin stehen. Keine Schlagzeilen. Die Frage: Was bleibt, wenn sich der Nebel lichtet?
In der ersten Folge war ich zu Gast — Arzt, Unternehmer, Gründer des MOJO Instituts in Hennef. Laurenz war vor Ort bei uns, hat das Institut gespürt und wollte vor allem eines verstehen: Wie setzt man Träume, Ziele und Visionen wirklich um? Nicht irgendwann. Nicht wenn die Heilung abgeschlossen ist. Sondern jetzt — mitten im Prozess.
Das vollständige Gespräch findest du hier:
Dieser Artikel ist keine Zusammenfassung jeder Minute. Er ist die Einordnung für Fachkräfte, die wissen wollen: Was steckt hinter „Folge deinem MOJO"? Und was hat das mit chronischer Gesundheit, Mentoring und Umsetzungskraft zu tun?
Warum ich morgens aufstehe — und warum Struktur Freiheit ist
Laurenz fragte mich die Frage, auf die ich mich am meisten freute: Was ist dein Grund, morgens aufzustehen?
Meine Antwort war einfach: Mein Körper wird wach. Ich habe Bock auf den Tag. Meine kleine Tochter weckt mich mit — und bei Kindern kennt jeder dieses Gefühl: Man weiß nicht, was kommt. Ich lebe meine Tage bewusst so, dass ich nicht weiß, was der Tag bringt. Das hält mich wach, kreativ, neugierig.
Das heißt nicht, dass ich planlos bin. Struktur und Freiheit sind bei mir eng verwoben — aus Struktur ergibt sich Freiheit, aus Freiheit ergibt sich Struktur. Ich habe langfristige und mittelfristige Ziele. Aber die einzelne therapeutische Stunde, das Meeting, der Gesprächsverlauf — das ist jeden Tag ein Entdeckungsprozess. Jeder hat einen Plan, bis er eins auf die Fresse bekommt, wie Mike Tyson sagte. Struktur gibt mir den Rahmen. Innerhalb des Rahmens bewege ich mich frei.
Laurenz fragte, ob ich mich als Unternehmer sehe. Ja — sogar primär. Ich bin Arzt und Therapeut geworden, aber ich sehe mich auf die positivste Art als jemand, der etwas unternimmt. Etwas zu unternehmen ist für mich das Antidot gegen Beschweren. Ich mag ein leichtes Leben mehr als ein schweres. Unternehmertum ist Schaffensprozess — eine Zukunft kreieren, auf die wir uns freuen können. Genau das machen wir im Institut: nicht nur behandeln, sondern ein Feld bauen.
Was ist Mojo? — Lebenskraft, die man messen kann
Laurenz fragte: Ist das Mojo, von dem ihr sprecht, einfach die Kraft, morgens aufzustehen?
Ja — sehr nah dran. Gesundheit ist für mich kein binärer Zustand („krank" oder „nicht krank"). Es ist ein Spektrum. Unten der Tod, schwere Erkrankung — nach oben wird es individueller, kreativer, gestalterischer. Manche leben Vitalität im Sport, manche in der Kunst, manche im Unternehmertum, manche in der Familie. Das Fundament ist Lebenskraft — das, was alles antreibt und Richtung gibt.
Über Jahrtausende haben Kulturen das unterschiedlich benannt: Prana, Pneuma, Qi, Od — im germanischen Raum Wod, im modernen Englisch Mojo. „Ich habe mein Mojo wieder" ist ein gesellschaftlicher Archetyp für zurückgewonnene Lebenskraft.
Ich sehe das nicht nur esoterisch. Douglas Wallace und andere Mitochondrien-Forscher haben gezeigt: In fast jeder Zelle sitzen hunderte Mitochondrien, die rund 90 % unserer zellulären Energie als ATP bereitstellen — über Elektronentransport, Protonengradient, biologische Batterie. Jeder Gedanke, jedes Stresshormon, jeder Entgiftungsprozess läuft über ATP. Unser Körper produziert und recycelt täglich Hunderte von Kilogramm davon.
Die wissenschaftlich korrekte Antwort auf „Was hat mich heute aus dem Bett bewegt?" wäre also: ATP. Das Spannende — und das ist der Kern unserer Arbeit am Institut — ist, dass die Medizin, die ich gelernt habe, so tut, als gäbe es Energie nicht. Jeder mit Auto oder Haus weiß: Ohne Energie läuft nichts. Im Körper ist es nicht anders. Deshalb kriegen wir chronische Erkrankungen in einem rein mechanischen Modell nicht in den Griff — und deshalb bauen wir Regenerationsmedizin als energetisches Paradigma.
Was das MOJO Institut tut — in einem Satz
Laurenz wollte wissen, wie mein Arbeitsalltag aussieht. Kurz: Wir haben festgestellt, dass die moderne Medizin akute Probleme brillant löst und chronische strukturell nicht adressiert. Wir wollen eine Anlaufstelle sein für Menschen mit chronischen Problemen — mit energetischem, epigenetischem und hormetischem Denken. Nicht statt Schulmedizin. Als Ergänzung.
Nach dem Medizinstudium war keine Facharztrichtung attraktiv — zu mechanisch. Also haben wir das Feld der Regenerationsmedizin eröffnet. Seit über fünf Jahren arbeiten wir täglich an drei Ebenen: Essenz (philosophische Annahmen), Substanz (Faktenwissen, Labor, Biochemie) und Format (wie Begleitung wirklich funktioniert). Das klassische 1:1-Sprechstundenmodell reicht für Transformationsprozesse nicht. Gemeinschaft, Aha-Momente, therapeutische Beziehung und neue Abrechnungslogiken gehören dazu.
Unser Mantra dabei: Wirksam. Wirtschaftlich. Skalierbar lernbar. Nicht Miraculix im Hinterzimmer — sondern transparent, verständlich, für Menschen, die begleiten wollen. Das ist auch die Logik hinter der CHRONISCH GESUND Akademie, die ich im Artikel über die vier Stufen ausgeführt habe.
Schöpfergeist, Mentoren und die Frage nach Hilfe
Laurenz wollte wissen, wann ich zum ersten Mal spürte: Ich bin Schöpfer meines Lebens — nicht nur ein Blatt im Wind.
Für mich begann das mit dem Sport, mit vierzehn oder fünfzehn. Nicht der Sport allein — sondern ein Football-Coach, der mir das nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht hat. Wo du Energie und Aufmerksamkeit hinsendest, wächst etwas. Hart trainieren erhöht die Chancen, das Spiel zu gewinnen — und Gewinnen bedeutet für mich nicht, den anderen zu schlagen, sondern etwas Neues zu entdecken.
Keiner von uns kam mit der Anleitung zur Welt. Irgendwann wird klar: Man kann das Leben in 2D wahrnehmen — von Stein zu Stein im Fluss hüpfen, immer den nächsten Experten suchen — oder man lernt schwimmen. Das Loslassen fühlt sich erst wie Fallen an. Fallen und Fliegen haben gemeinsam, dass man nichts zum Festhalten hat. Dann geht es um Aerodynamik, Wellen reiten, Selbstwirksamkeit.
Laurenz beschrieb seinen eigenen Prozess — schmerzhaft, aber mit Licht am Ende des Tunnels. Er hatte gelernt: Du brauchst Unterstützung. Du kannst dir nicht alles alleine beibringen. Ich habe darauf geantwortet: Hilfe fragen ist Teil von Selbstwirksamkeit — nicht das Gegenteil. Selbstwirksamkeit heißt nicht „alles alleine schaffen". Es heißt ehrlich wissen, was du kannst und was nicht — und die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt holen. Und sie wieder gehen lassen, wenn du sie nicht mehr brauchst. „Danke, ich brauche dich nicht mehr" ist eine der schönsten Sätze, die ich kenne.
Warum endet in Depression — Wofür führt woanders hin
Im Gespräch kamen wir zu einer Unterscheidung, die ich in der Praxis immer wieder nutze — und die für Mentoren zentral ist.
Warum fragen führt lang genug unweigerlich in Richtung Depression. Warum bin ich so? Warum geht nichts? Warum ich?
Wofür fragen hat eine andere Klangfarbe, eine andere körperliche Vibration. Wofür stehe ich auf? Wofür mache ich das? Wofür lebe ich?
Viktor Frankl sagte: Wer ein Warum hat, erträgt jedes Wie. Ich würde ergänzen: Wer Warum und Wofür hat, dem ist fast egal wie. Angst bewegt uns — aber Sehnsucht bewegt stärker, wenn beides da ist. Ich erarbeite mit Patienten manchmal kleine Zettel: Was steht ganz oben? Dann ins Gefühl gehen — nicht als kognitive Selbsthilfe, sondern körperlich spüren, was zählt.
Laurenz erzählte vom Paraglider-Touristen, der mit einer Hand am Gleitschirm hing — und festhielt, weil er sonst gestorben wäre, und weil das Leben sich lohnt. Extremes Beispiel. Aber die Logik ist alltäglich: Wofür lohnt sich der Schmerz?

Wie Umsetzung wirklich beginnt — nicht mit der Vision, sondern mit dem Spüren
Laurenz war ungeduldig — zehn Jahre Körperarbeit, trotzdem Nebel. Er wollte endlich leben, Imperium aufbauen, drei-Sterne-Restaurants. Meine Antwort war hart, aber ehrlich: Wenn du dein Imperium baust und dich dabei scheiße fühlst, hast du wenig gewonnen. Es gibt genug reiche, unglückliche Menschen.
Umsetzung beginnt nicht mit der Strategie. Sie beginnt damit, wieder wahrzunehmen — riechen, schmecken, fühlen, interozeptiv hören, was im Körper passiert. Wilhelm Reich, Peter Levine und andere haben gezeigt: Was wir nicht fühlen durften, wird überpanzert — Muskeltonus, vegetativer Tonus, Dissoziation. Integration heißt: wieder berühren, was damals nicht sein durfte. Langsam. Nur so viel abbeißen, wie man kauen kann.
Die Atmung ist dabei das Werkzeug des Bewusstseins zum Unterbewusstsein — der einzige autonome Prozess, in den wir aktiv eingreifen können. Atem verlängern, halten, ausatmen — ankern in schweren Momenten. Gleichzeitig Türöffner in die emotionale Welt. Was dich aus der Stille treibt, bestimmt dein Leben.
Erst wenn Spüren und Atmen sitzen, kommt Vorstellungskraft — nicht Besitz-Listen („ich will den Doktortitel"), sondern erlebte Zukunft: Beschreibe einen Tag in fünf oder zehn Jahren. Welche Gerüche? Wer ist da? Was belastet dich auch? Wie fühlst du dich beim Aufstehen? Visualisierung ist ein Muskel — am Anfang lässt du den Ball wie beim Football zehn von zehn Mal fallen. Mit Übung wird die Vision stabiler.
Dann Strategie: Vision in Meilensteine brechen. Was ist now wichtig — what's important now? Vom Meilenstein zum nächsten Schritt. Und dann: den Frosch essen. Unangenehm tun, obwohl es unangenehm ist. Mein 30-Tage-Ablehnungsexperiment an der Uni: jeden Tag absichtlich Ablehnung suchen, um zu lernen, damit umzugehen.
Optimales Lernen passiert im Fenster, wo du 40 bis 80 % der Zeit erfolgreich bist — nicht bei 100 % Erfolg und nicht bei 100 % Versagen. Reibung ist Teil des Wachstums, nicht der Feind.
Folge deinem MOJO — wenn du aufhörst, dich zu drängen
Laurenz Dillmanns letzte Frage: Was sagst du jemandem, der den ersten Schritt noch nicht gegangen ist?
Atme mal nicht aktiv ein — und halt auch mal nicht aktiv die Luft an. Etwas atmet für dich. Genau so gibt es eine Sehnsucht in jedem Menschen — manchmal kaum wahrnehmbar, aber da. Folge deinem MOJO. MOJO ist das, was für dich atmet, wenn du es nicht tust.
Diesem Impuls folgen — andere nennen es Königreich Gottes betreten, Ego überwinden, Resonanz mit dem Leben statt gegen das Leben argumentieren. Philosophisch unterschiedlich formuliert, aber dieselbe Erfahrung: Wenn du aufhörst zu kämpfen und anfängst zu lauschen, zeigt sich der nächste Schritt. Nicht immer bequem. Aber echt.
Laurenz nannte das Leben ein „riesiges Topfschlagen" — was sich gut anfühlt, mehr davon; was sich schlecht anfühlt, weniger. Jeder hat Bereiche, in denen er Trottel ist — und wenige, in denen er aufgeht. Wenn Zahlenkombination und Lebenssituation einrasten, ist es wie ein Pinguin, der plötzlich schwimmen lernt.
Was das für dich als Fachkraft bedeutet
Wenn du Menschen mit chronischen Beschwerden begleitest, triffst du Laurenz Dillmanns Fragen jeden Tag in anderer Form: Warum bin ich so krank? Warum hilft nichts? Die Verschiebung zu Wofür lohnt sich der nächste Schritt? ist oft der Wendepunkt — nicht als Motivationsposter, sondern als körperlich gefühlte Klarheit.
Als Mentor:in brauchst du nicht alle Antworten. Du brauchst Struktur, die Freiheit ermöglicht. Du brauchst Ehrlichkeit über Energie und Mitochondrien — und Ehrlichkeit über Schatten, Wut und Schuld, die integriert werden wollen. Du darfst Hilfe holen und Hilfe geben. Und du darfst sagen: Umsetzung beginnt im Körper, nicht in der Folie.
Die persönliche Herkunftsgeschichte steht in der Originstory. Die Forschungsseite dahinter im Artikel Was unsere Forschung zeigt. Das vollständige Gespräch mit Laurenz — oben eingebettet oder auf YouTube.
Wenn du prüfen willst, ob das Paradigma und der Mentoring-Weg zu dir passen — unten das Quiz. Zwei Minuten. Ehrliche Einordnung.
Quellen & Referenzen
- Regenerative Medicine: A System for Chronic HealthKeferstein G, Wesseling C, Höhfeld D, Sauren J, Walde D, Hoffmann L, Wilting R, Stenzel J – Preprints.org (2025) DOI: 10.20944/preprints202510.2117.v1
- Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change
- Mitochondrial DNA sequence evolution in mammals
Häufige Fragen
Was bedeutet „Folge deinem MOJO"?
Warum unterscheidet ihr Warum und Wofür so scharf?
Heißt „erst spüren, dann umsetzen", dass ich meine Ziele aufschieben soll?
Wo finde ich das vollständige Gespräch?
Perspektiven dienen der Orientierung und Bildung für Gesundheitsprofis. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnostik oder Therapie. MOJO ist ein Bildungs- und Begleitungssystem — keine Ersatzheilkunde.